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NEWS | März 2017

Reisebericht El Morche / Torrox Costa 

Mission *Buddy* completed

Der Himmel über El MorcheDer Himmel über El MorcheEigentlich wollten mein Mann und ich, Helgard schon im Dezember 2016 über Weihnachten überraschen und Angenehmes mit Praktischem verbinden. Daraus wurde leider nichts, weil der Job es nicht zuließ. Verschoben ist ja nicht aufgehoben!

Neidisch sitzt man/frau dann vor dem heimischen Rechner und kann live und in Farbe bekucken, wie Verna und Jürgen Fonau ihre Auszeit in Andalusien genießen. Via Facebook wird man/frau auf dem Laufenden gehalten, tolles Wetter, Spaziergänge mit den Hunden am Meer, sieht sie bei diversen Ausflügen oder einfach nur chillend am Strand - NEID lass nach!!! Via Facebook funkt auch ein ehemaliger Kollege, dass er zurzeit in Torre del Mar weilt… Tja, so klein ist die Welt.

Dann plötzlich purzeln die Welpen Buddy und Amigo samt Mama Amber den beiden vor die Füße bzw. aus dem Bambus Busch. Klein Buddy hatte schon recht schnell eine „Liebhaberin“ in Deutschland – aber wie kommt er dahin???

Mitreisen, wenn Verena und Jürgen ihre Auszeit beenden, ging nicht – das hätte Jack seinen letzten Nerv gekostet - also musste sich ein Flugpate finden. Mal gerechnet wann er frühestens ausreisen darf, kam man/frau auf Mitte/Ende März. In die Flugpläne diverser Airlines geschaut, und? Mitte Februar GEBUCHT!!! Rückflug am 22. März, natürlich inklusive Dogi-Box!!! Unter dem Siegel der Verschwiegenheit Verena und Jürgen über unsere Reisepläne informiert, denn wir wollten Helgard nach wie vor überraschen. Wir baten darum, dass Buddy für die Ausreise fertiggemacht wird, also Impfen, Chipen und das ganze Gedöns.

Helgard wollte natürlich wissen, WER Buddy ausfliegt und sie war nicht begeistert darüber, dass sie von Verena nur zu hören bekam „wird alles von Deutschland aus geregelt, brauchst Du dich nicht drum kümmern“... Helgard hat mehrfach nachgefragt, und wurde schon langsam richtig quengelig, bekam aber immer nur dieselbe Antwort...

Am 08. März ging es also mit dem Flieger ab Düsseldorf nach Málaga – hier strömender Regen, bei Ankunft dort, SONNE! Nach Heckmeck mit dem Autovermieter, der uns unbedingt noch diese oder jene Versicherung aufschwatzen wollte, im Dunkeln Richtung Torrox und erst mal richtig verfranst. Hartnäckig wollte uns unser Navi nach Cordoba schicken obwohl das ist definitiv nicht an der Küste liegt. Also irgendwann entnervt Jürgen angerufen, und gefragt, wie wir fahren müssen. Gegen 22:00 Uhr im Hotel SR Santa Rose eingetroffen – dieses kannten wir vom vergangenen Jahr. Es liegt am Ortseingang von El Morche, direkt am Strand, und ist nur 5 Autominuten von Helgard entfernt. Es ist ein einfaches Hotel, aber die Lage macht es halt wieder wett. Nach Zimmerbezug mit Balkon und Blick aufs Meer, bemerken wir, dass im Garten irgendetwas anders war als letztes Jahr – aber weil dunkel, konnte man/frau es nicht genau ausmachen.

Am nächsten Morgen wurden wir pünktlich um 07:30 durch eine kreischende Säge geweckt – BAUSTELLE im Garten. Man hat vom Hotel einen direkten Zugang zu Meer, in das man um diese Jahreszeit natürlich nicht baden kann, es sei denn man/frau hat einen mind. 3 mm Neopren Anzug. Vermutlich aus diesem Grund, wurde in eine Hälfte des Gartens ein Pool eingebaut. OK – wir wollten ja nicht den ganzen Tag im Hotel verbringen, und nachts haben die Bauarbeiter ja auch Ruhe gegeben. Wir konnten uns allerdings mit der Hotelleitung einigen, dass sie erst eine Stunde später mit hämmern, sägen und Radau anfangen.

Helgard wusste immer noch nichts von unserer Ankunft, und wir haben inständig gehofft, dass wir uns nicht zufällig über den Weg laufen. Sie hatte uns im letzten Jahr „verplant“ und uns oft am Hotel abgeholt bzw. wieder hingebracht – endlos Gespräche vor der Tür mitten in der Nacht, inklusive. Von daher wussten wir, dass sie immer mal wieder ein Blick ans Hotel verschwendet. Verena hatte bei ihr angekündigt, dass sie am Freitag, den 10. März mit Jürgen kommen würde um die Hunde auszuführen – dass sie uns im Schlepptau haben würde, darüber kein Wort.

Gegen 11:00 Uhr hatten wir uns mit Verena und Jürgen am „Rio Gui“ verabredet und sind hinter den beiden hergefahren. Da wir den Weg zu Helgard nur einmal mit ihr zusammengefahren sind, wären wir sicherlich wieder in der Pampa gelandet, aber nicht bei ihr. Helgard war noch am Sauber machen und hantierte mit Schüppe, Schlauch und Feger – Verena und Jürgen gingen vor, wir hinter ihnen her. Der Blick von Helgard – UNBEZAHLBAR!!!

Erst ein wenig mürrisch in unsere Richtung kucken àlà „wer rückt mir denn da auf die Hütte?“ um beim zweiten Blick zu realisieren, dass wir das sind. Ich sagte ihr „Du wolltest doch wissen wer Buddy nach Hause bringt – na wir sind das!“ Völlig untypisch für Helgard, fiel sie uns erst mal um den Hals und freute sich riesig uns zu sehen. Ihr hatte es die Sprache verschlagen, und als sie sie wieder gefunden hatte meinte sie: „Ihr habt aber die Haare schön“... Also total geflasht!...

Wir haben bis zum späten Nachmittag bei ihr gehockt und sie erzählt uns, eher so nebenbei, dass sie Probleme mit Stand auf dem Markt hat. Der stellvertretende Bürgermeister, von dem sie bisher immer die Genehmigung bekommen hat, ist aus dem Amt und irgendwie fühlte sich niemand wirklich zuständig, ihr diese zu erteilen. 17 Jahre hat sie dort ihren Stand und nie war das in Frage gestellt worden.

Leerer MarktLeerer MarktDas Problem war, dass die Policia Local – die die Hoheit über den Markt hat – ohne vorhandene Genehmigung, enorme Bußgelder verhängen und sie dort vertreiben kann. Der Markt ist aber neben dem Verkauf auch wichtige Kontakt- und Informationsbörse für Helgard. Dort hat sie Verbindung zu anderen Menschen und dort melden sich auch potentielle Flugpaten. Es wäre also ein Mega-Katastrophe für sie gewesen, dort nicht mehr sein zu dürfen. Wir haben ihr versichert, dass wir am folgenden Montag, um 10:00 Uhr am Markt sind, um sie moralisch zu unterstützen.

Pünktlich waren wir an ihrem Platz, den Stand hatte sie nicht aufgebaut, dies aus Angst vor der Polizei. Sie hatte allerdings einige verschlossene Koffer auf den Boden gelegt und damit ihr Areal „gesichert“. Die Polizei ließ sich zunächst nicht blicken, wohl aber die Guardia Civil, die nicht zuständig aber ihr eher wohlgesonnen sind. Wenn sie nämlich ein verletztes Tier finden, und nicht wissen wo es hingehört, bringen sie es zu ihr.

Helgard war die Warterei auf die Polizei leid, sodass sie sie nun an ihrem üblichen Standplatz aufsuchte. Während einer der Polizisten freundlich zu ihr war, benahm sich der Andere ziemlich daneben, verscheuchte sie vom Wagen und machte obendrein eine ziemlich abfällige Geste mit der Hand. Unverrichteter Dinge kam Helgard zu uns zurück und war sichtlich entnervt und enttäuscht, dass man so mir ihr umgegangen war.

Ungefähr eine halbe Stunde nach ihrer Rückkehr sahen wir die Polizisten in Richtung des Standplatzes kommen, mittlerweile hatten sich dort aber ca. 20 Menschen versammelt. Einige, die eigentlich etwas kaufen wollten, einige, die um die Situation wussten. Wir sind überzeugt, dass die vielen Menschen die Polizisten davon abhielten, zum Stand zu kommen, kurz vorher bogen sie nämlich ab und tauchten bis Marktschluss nicht mehr auf. Auf den Schreck sind wir anschließend erst einmal Kakao trinken gegangen – alles immer mit dem Zeitdruck wieder nach Hause zu müssen.

Viele Menschen haben sich für sie eingesetzt, aber auch bis zum nächsten Markttag hatte sie die Genehmigung nicht. Es hatte aber bei ihr der Trotz gesiegt, ihr Stand war aufgebaut und die Parole war „ich lasse mich nach 17 Jahren nicht einfach so vertreiben“. Von der Polizei haben wir auch an diesem Tag nichts gesehen!

Welpen MamaWelpen MamaDie vielen Welpen in diesem Jahr, haben ganz enorm an den Kräften von Helgard gezehrt, sie wird in diesem Jahr 74 Jahre. 26 Hundekinder aller Altersklassen - manche in ihrem Müll entsorgt, andere vor die Tür gestellt und welche, die einfach am Zaun ihres Geländes angebunden wurden. Dazwischen dann auch noch Buddy, Amigo und Amber – die Ende Januar zu Helgard umgezogen wurden.

Es ist jedes Mal ein logistischer Kraftakt, wenn Helgard zum Markt fährt, sie packt/entpackt ihr Auto selbst und ist mindestens Meisterin im „Tetris“. Doch es muss auch immer jemand auf ihrem Gehöft sein, der „einhütet“. Das hat natürlich auch zur Folge, dass sie selbst das Gelände kaum verlassen kann. Die Hundis verstehen sich zwar alle miteinander prima, aber es kann eben auch passieren, dass aus übermütigem Spiel plötzlich Ernst wird, und man einschreiten muss. Haben wir selbst bei unseren Besuchen erlebt, fröhliches Gekabbel und Gerangel, und plötzlich quietscht jemand schmerzhaft auf – ein deutliches AUS laut in die Runde gerufen oder ein buchstäbliches auf den Tisch hauen, lässt sie alle innehalten, und ziemlich schuldbewusst drein kucken àlà „ich habe doch gaaarnichts gemacht“ - relative Ruhe kehrt wieder ein.

WelpenspielWelpenspiel

Neben den Welpen sind auch einige „Pflegefälle“ bei Helgard – da ist z.B. *Ana*, die spezielles Nierenfutter benötigt. Oder *Smilla*, sie hat Pankreatitis – auch wenn sie wie ein erwachsener, magerer Hund aussieht, ist sie vermutlich erst 08 bis 10 Monate alt, sie benötigt ebenfalls Spezialfutter. Dazu gesellte sich *Lobo*, den Helgard völlig zerbissen unter einem Auto hervorgelockt hat – er ist auch nicht älter als 10 Monate, seine Wunden sind aber inzwischen verheilt. 

*Amber* versteht sich übrigens sehr gut mit *Rufus* und *Rubio* – wobei *Rufus* ihr Herzbube zu sein scheint, beide Rüden sind kastriert, sodass es keine ungewollte Nachproduktion geben wird. Die Kastration von *Amber* muss noch warten, denn *Amber* ist KRANK! Als *Buddy* und *Amigo* dem Tierarzt zwecks Impfen und Chipen vorgestellt wurden, hat er sie natürlich auch untersucht. Während die Welpis, Dank des frühen Eingreifens von Verena und Jürgen, kerngesund sind, hat *Amber* u.a. Herzwürmer. Lange hätte sie auf dem Campo ohne Hilfe wohl nicht mehr überlebt. *Amber* ist nun in der Tierklinik in Caleta in Behandlung – drücken wir die Daumen, dass alles gut geht, denn bei der Herzwurm Behandlung kann es immer zu Komplikationen kommen.

*Amber* / Foto: Dogs & Du*Amber* / Foto: Dogs & Du

Zwischen unseren Besuchen bei Helgard haben wir natürlich auch die Gegend erkundigt – dieses Mal waren wir ja mobil. Die Serpentinen rauf nach Competa, wobei Serpentinen fahren nix für die Autorin dieses Berichtes ist – mir war einfach nur schlecht und ich war froh, als wir wieder in Küstennähe waren. Wir waren in Nerja auf dem „Balcon de Europa“, in Torre del Mar – dort hatte gerade ein Unwetter auf See, den halben Strand weggespült. In Torrox Costa haben wir uns zum Abendessen mit Verna und Jürgen, den Eltern von Verena und unserem Ex-Kollegen Ferdi bei Melanie im "La Rosa" getroffen - wer dort ist, unbedingt mal ausprobieren 

An unserem vorletzten Tag waren wir bei Helgard zum Kaffee trinken verabredet – Melanie, die neben einer genialen Köchin eine ebensolche Konditorin ist, hatte einen superleckeren Himbeerkäse- und Kirschkuchen gebacken.

Ein wenig wehmütig bemerkte Helgard, dass unsere Zeit ja nun vorbei sei und dass sie am meisten vermisst habe, uns nicht abends irgendwo zu treffen. Um bei Kakao oder einer Cola über Gott und die Welt zu reden, ein wenig Zeit unter Menschen verbringen, und nicht unter Hunden.

Nach 14 Tagen vor Ort, stand unsere Abreise bevor – wir hätten gut noch X Wochen dranhängen können, aber wir hatten ja einen Auftrag = *Buddy* nach Hause zu bringen, deshalb Verlängerung nicht möglich. Während wir mit dem Auto nach Málaga vorfuhren, ließen Verena und Jürgen es sich nicht nehmen, *Buddy* zum Flughafen zu bringen.

Der WeltreisendeDer WeltreisendeAm Flughafen machte er es sich auf unseren Koffern bequem, als wäre es das normalste der Welt für ihn, durch die Welt zu reisen. Leider hatte unser Flug fast eine Stunde Verspätung, mit Ein-/Auschecken und fliegen hatte „Buddy“ das zweifelhafte Vergnügen, fast 5 Stunden in der Box ausharren zu müssen. Im Anflug auf Düsseldorf musste sich das Flugzeug durch kleinere Turbulenzen schaukeln, doch wir sind wohlbehalten gelandet. Kaum das wir die Kofferbänder erreicht hatten, stand auch schon die Box am Sperrgepäck Schalter, und *Buddy* schien ein wenig grün um die Nase.

Abgeholt wurde *Buddy* durch seine "Liebhaberin" und ihrem Sohn – seit 00:30 am 23.03.2017 ist *Buddy* nun ein Dortmunder – während sein Bruder *Amigo* noch seine Menschen sucht.

Übrigens, einen Tag nach unserer Abreise haben wir erfahren, dass Helgard die Genehmigung für den Markt bekommen hat, und zwar UNBEFRISTET! 

Unten eingefügt eine kleine Galerie mit ein paar Impressionen. Ach so - nur der Vollständigkeit halber - die Reise zu Helgard wurde natürlich von uns privat finanziert, ebenso die Ausreise von *Buddy* - beides hat also unsere Vereinskasse nicht belastet.

Wir hoffen, durch unseren Reisebericht die Lage vor Ort ein wenig transparent gemacht zu haben und auch Ihr Interesse geweckt zu haben, dieses kleine Projekt zu unterstützen. Gerade die Tierarztkosten für *Amber* werden die schmale Kasse von Helgard sehr belasten, genauso wie das Spezialfutter für Smilla.

Wir wünschen nun viel Spaß beim Stöbern in der Galerie und danken schon jetzt für jede Hilfe – wir garantieren das jeder Cent vor Ort ankommt!

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