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Claudia Schilling / Mitglied Netzwerk Finchen e.V. 

Foto: Cornelia Troske-GeiselClaudia Schilling / Mitglied Netzwerk Finchen e.V. Foto: Cornelia Troske-GeiselNetzwerk Finchen e.V. bitte um Hilfe und Unterstützung für "HOPE"

Hier stellen wir das Projekt unserer Claudia und ihrer Mitstreiterinen vor  "Ihr Name ist HOPE"

Pferde haben wir alle schon seit Jahren. Stets war jeder von uns bemüht, sich immer mehr Wissen anzueignen. Mittlerweile halten wir deshalb lieber alle unsere Pferde in Eigenregie, sind Pferdefütterungsprofis, Weidefachleute, haben Schwielen vom Pfähle setzen, vom Misten, Säcke schleppen, wenig Zeit zum Reiten  und meistens grad mal Zeit für die eigene Familie.

 Auch oder gerade durch soziale Netzwerke ist die Konfrontation mit Elend in der Pferdehaltung auch in Deutschland immer größer geworden. Konnte man früher noch mit Erschrecken eine Sendung über das Schlachten gesunder Fohlen im TV sehen und wieder verdrängen, erfährt man heute durch diese Netzwerke immer mehr oft tief erschütternde Details.  

Bevor Sandra Rohrer, Juliane Willsch  und ich Hope retteten, hatte jede von uns schon Pferde aufgenommen, die alles andere als das Idealbild eines Reit- bzw. Sportpferdes waren.  

Bei Juliane leben Pferde aus Hochwassergebieten in Ostdeutschland, die man einfach dort ihrem Schicksal überlassen hat. Juliane hat sie auf eigene Gefahr und Kosten herausgeholt, zum Teil schon bis auf die Knochen abgemagert und verstört.

Bei Sandra leben mehrere Pferde, die schwer misshandelt, verletzt und gequält wurden. Sie hat unter anderem eine kleine Ponystute, die zum x-ten Mal als Geburtsmaschine benutzt wurde, vor einigen Monaten freigekauft und ihr ein Zuhause gegeben. Dass die Stute wieder tragend war, wurde erst später durch den Tierarzt festgestellt. 

Ich selber habe im letzten Jahr zuerst zwei Schlachtfohlen freigekauft und zwei weitere vermittelt, bei unzähligen anderen zumindest bei der Vermittlung geholfen. Im Februar haben Juliane und ich zwei weitere Ponys vom Schlachthändler freigekauft. Eins ist auf einen Traumplatz bei der Inhaberin der Firma SABRO gelandet, das andere haben wir, weil es vollkommen unterernährt und erst drei Monate alt war,  zum Aufpäppeln vorerst bei Juliane in Handeloh zu den anderen Fohlen genommen.

Es gibt auf der einen Seite die Fohlen, die rigoros in Überzahl „produziert“ (Fachjargon!!)  und dann am Ende des Sommers auf Schlachttransporte nach Italien etc. gehen, wenn sich kein anderer Käufer findet oder weil es bereits gut bezahlte Verträge mit Fleischfabriken gibt. Die meisten Menschen glauben, dass nur alte und schwache Pferde beim Schlachter landen. Leider werden in Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien u.a. Ländern Fohlen gezüchtet, den Touristen als niedliche Beigabe für die Urlaubszeit zum Streicheln vorgezeigt, und zum Ende des Sommers von der Mutter weggerissen und gleich von der Weide auf die Transporte in die Schlachthäuser verschickt.  

Auf der anderen Seite findet man sehr viel Tierleid auch in privaten Ställen. Oft durch fehlendes Wissen, Überforderung, fehlenden Reitunterricht, durch finanzielle Nöte oder aber auch einfach mangels  Mitgefühl, geraten Pferde und Fohlen in schlimme Situationen und landen letztendlich abgemagert, verwurmt, voller Parasiten, verritten und missverstanden bei Schlachthändlern oder werden zu „Wanderpokalen“..

Ist es schon schwierig für Hunde und Katzen Pflegestellen und geeignete Endplätze zu finden, kann sich jeder vielleicht vorstellen, wie problematisch dies bei Pferden mit ihren speziellen Haltungsanforderungen und Futterkosten ist! Zudem benötigen gerade Fohlen spezielle Futtermittel und - mengen, um ein gleichmäßiges Wachstum zu erreichen und ähnliche Defizite zu verhindern, wie sie zum Beispiel bei Hope aufgetreten sind. Wird dann ein Pferd bei finanziell knapp gestellten Besitzern krank,  wird oftmals eine anfangs zwar ernsthafte aber nicht aussichtslose Erkrankung lebensbedrohlich, weil sie gar nicht oder unzureichend behandelt wurde. 

Mein Name ist HOPEMein Name ist HOPEWir erfuhren von Hope und ihrem dramatischen Zustand durch sogenannte „Sehnenstelzfüße“ an den beiden Vorderbeinen im März. Sofort stand fest, dass wir sie abholen würden. Die junge Besitzerin war bereit uns Hope zu überlassen und uns ihr anderes Pferd zu verkaufen.  Wir klärten alle wichtigen Aspekte.  Sandra stellte einen Platz für Hope bereit, Nando konnten wir bei Juliane unterbringen.  Juliane und ich fuhren also vor 10 Tagen mit dem Pferdehänger nach Ostdeutschland, um Hope und Nando  abzuholen. Beim Verladen von Hope hatten wir Angst, sie würde mit ihren missgebildeten Hufen die Rampe nicht hinauf gehen können. Während der dann 8stündigen Fahrt in die Lüneburger Heide hat sie sich obendrein nicht einmal abgelegt. Wir waren sehr in Sorge.  Man stelle sich vor, 8 Stunden auf einem Transporter auf Zehenspitzen zu verbringen! Hope presste sich mit dem winzigen Popo an die Transporter Wand und stabilisierte sich damit über den gesamten Zeitraum. Aber sie hat uns mal wieder gezeigt, wie viel Überlebenswille in so einem kleinen Tier steckt, selbst wenn es so angegriffen ist wie Hope!

 Die extremen Sehnenstelzfüße von Hope sind nicht angeboren. Hope hat im Alter von ca. 6 Monaten wahrscheinlich durch qualitativ und quantitativ unzureichendes Futter und durch zu lange Aufenthalte im Stall auf weichem Boden begonnen,  Sehnenstelzfüße zu entwickeln. Über viele Stunden ohne Bewegung sind ihr permanent die beiden Vorderhufe mit dem vorderen äußeren Rand in den weichen Mist gesunken. Die hinteren Hufbereiche wurden dabei automatisch entlastet und hochgestellt.  Dabei verkürzte sich die tiefe Beugesehne und zog Huf Bein und Hufbeingelenk immer weiter aus der physiologischen Stellung. Der Huf veränderte seinen Winkel, die Zehenspitze wurde immer weiter nach hinten gezogen und der Hufrand näherte sich dem Boden.  Hope war nicht mehr in der Lage mit ihrer gesamten Hufsohle den Boden zu berühren. Sie konnte nach einiger Zeit nur noch auf den Zehenspitzen stehen. Ein Kreislauf setzte sich  in Gang…die Beugesehnen verkürzten sich immer mehr, da sie durch die Zehenspitzenstellung überhaupt nicht mehr gedehnt. konnte. Bei der Fortbewegung kommt es im schlimmsten Fall zu schweren Hautabschürfungen und Infekten, die Fohlen erleiden schwere Verletzungen. Dies ist in so einem Stadium nicht mehr heilbar und führt zur Euthanasie. Zum Glück fanden wir Hope noch kurz vor diesem Stadium.

Sandra erklärte sich bereit, Hope für immer aufzunehmen, da eine spätere Vermittlung wohl kaum möglich sein wird. Zum Glück also eine Sorge weniger! So kam Hope zu ihrer erfahrenen Adoptiv Shetty Mutter.  Beide waren sofort ein Herz und eine Seele und uns fiel ein Stein vom Herzen... Durch ihre entstellten Füße kann Hope sich nicht so sicher fortbewegen. Größere und gesunden Fohlen würden sie überrennen und verletzen, auch wenn man den Eindruck bekommt, Hope könne rennen und laufen wie ein normales Fohlen.  

Am Tag nach ihrer Ankunft kamen sofort Tierarzt und Schmied, die beide vollkommen entsetzt waren. Solche Füße sieht man sonst nur im Lehrbuch…

Erste FußpflegeErste FußpflegeEs war nun wichtig, erste Hilfe zu leisten. Später würde man durch Röntgenbilder wissen, wie in der Hufkapsel die Gelenkstellung aussah.  Der Schmied musste deshalb bei der ersten Behandlung ohne Bilder mit viel Gefühl die Hufe kürzen. Das Schneiden wurde Millimeter für Millimeter vorgenommen, damit Hopes Situation nicht durch eine schnittbedingte Infektion verschlimmert würde.  Und sie musste dabei auch noch stillhalten – das war nicht so leicht! Hopes Hufe waren mindestens dreimal so lang, wie sie hätten sein dürfen – zusätzlich zu der veränderten Form. Sie meisterte die Behandlung aber sehr tapfer, es gab nur einen Blutstropfen.  Anschließend mit begradigten Füßen konnte sie schon wieder etwas besser stehen. Mit dem ersten Ergebnis waren wir alle erst einmal sehr zufrieden! Nun sollte sie ein paar Tage Zeit haben, um innerlich anzukommen.

Hope tobt unter der nachsichtigen Aufsicht ihrer erfahrenen Mutter herum. Wir waren und sind jeden Tag sehr gerührt, wie sie mit ihren kranken „Tatzen“ fast hopst und buckelt wie ein gesundes Fohlen.  

Jetzt kann der Tierarzt die Röntgenbilder machen, die wir brauchen, um Hope die geeigneten Hufschuhe anpassen zu lassen. Die Hufschuhe sollen ihre Beugesehnen und damit die Hufkapsel nach und nach wieder in eine andeutungsweise physiologische Stellung ziehen. Die Hufe müssen regelmäßig bearbeitet werden, um sie soweit als möglich  in ihre alte Form zurückzubringen.

Die Hufschuhe müssen alle 4-5 Wochen erneuert werden. Sie werden an Hopes Hufen festgeklebt, denn ihre Hufe sind so winzig, dass man keine Nägel verwenden kann.

Leider sind diese Hufschuhe sehr teuer. Die Behandlung durch den Schmied kommt dazu, so dass wir ca. 180 – 200 € im Monat allein dafür aufbringen müssen. Hinzu kommen Kontrollbilder und Checks durch den Tierarzt und – wenn nötig – die Operation. Außerdem bekommt Hope täglich Spaziergänge auf festem  Boden, Physiotherapie und ein adäquates Fohlenfutter mit den benötigen Aminosäuren, die ihr Wachstum langsam aber positiv beeinflussen.

Wenn nach den ersten sechs Wochen keine ausreichende Verbesserung erzielt werden kann, muss Hope zusätzlich zu den Hufschuhen operiert werden. Dabei wird ein Unterstützungsband an den tiefen Beugesehen gekappt, so dass die Sehnen besser nachgeben können. Tetanus Impfung und Penicillin Spritze nach der Hufbehandlung, Wurmkur und Parasitenabtötung hat sie bereits gut überstanden. Die Lage für Hope ist sehr ernst, aber da sie noch jung ist und einen unbändigen Lebenswillen hat, auch hoffnungsvoll. Daher möchten wir, dass sie diese Chance bekommt.

Da Sandra, Juliane und ich  bereits ohne fremde Unterstützung weitere gerettete Pferde bis zur Vermittlung unterhalten (unter anderem auch den zweijährigen Nando, den wir zusammen mit Hope mitgebracht haben), sind wir, um für Hope die Rechnungen für Schmied und Tierarzt für ca. ein Jahr zu begleichen, diesmal auf Hilfe angewiesen, besonders falls es tatsächlich zur Operation kommen wird. 

Kleine Geldspenden, Patenschaften und der bald eingerichtete HOPE-Flohmarkt bei Facebook sollen Hopes Versorgung nachhaltig sichern.

Dokument: Patenschaft Erklärung finden Sie >>>hier<<<